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Kampf für mehr Jugendkultur – Salzburg darf nicht zum Museum werden

12.05.2023
(c) lukas stockinger

Bernhard Auinger: „Stadt muss verlässliche Partnerin für Veranstalter bleiben.“

Die Sehnsucht der Salzburger Jugend nach Freiraum und kulturellen Angeboten wurde in den Jahren der Pandemie noch deutlicher spürbar. Bürgermeister-Stv. Bernhard Auinger hat aus diesem Grund im Jahr 2022 verschiedene Initiativen zu einem Jugendkultur-Workshop eingeladen, aus dem schließlich der Verein Fifty-Twenty zur Förderung der Salzburger Jugendkultur gegründet wurde. 

42.000 Besucher:innen bei Premiere

Im Premierenjahr 2022 zählte das 5020- Festival bei 50 Veranstaltungen an 20 Locations 42.000 junge und junggebliebene Besucher:innen. Die großteils kostenlosen Events förderten einen niederschwelligen Zugang und sorgten für eine kreative Belebung der Stadt Salzburg. Lokale Kunst und Popkultur, Nutzung von Freiräumen und die Bespielung von ungewöhnlichen Orten sorgten für volle Veranstaltungsorte und begeisterte Besucher:innen über die Stadtgrenzen hinaus. Das Programm sollte im heurigen Jahr noch vielfältiger werden, noch mehr junge und junggebliebene Menschen sollten sich im Programm wiederfinden. 

ÖVP-FPÖ-Mehrheit gegen Jugendkultur

Nachdem der städtische Kulturausschuss die Förderung des Festivals in Höhe von 100.000 Euro noch gegen die Stimmen der FPÖ beschlossen hat, kam es drei Tage später im städtischen Senat gänzlich anders: Im Stadtsenat wurden dem Jugendkulturfestival 5020 mit den Stimmen von Schwarz-Blau 40.000 Euro gekürzt. Diese 40.000 Euro sollten für das zu diesem Zeitpunkt bereits abgesagte Kaiviertelfest verwendet werden. Das alles geschah, ohne dass je ein Wort mit dem Veranstalter darüber gesprochen wurde. In weiterer Folge sprach der Bürgermeister von einer Verschiebung des Festes, ohne jedoch Details zu nennen. „Wie hier mit einem Veranstalter umgegangen wird, ist schlichtweg beschämend. Es ist noch völlig in der Schwebe, wie es in dieser Causa weitergehen wird“, kritisiert SPÖ-Bürgermeister-Stv. Bernhard Auinger.

Salzburg braucht Sportveranstaltungen, Jugendkultur und Open-Air-Konzerte

Der für Kultur zuständige Bürgermeister-Stellvertreter Bernhard Auinger sieht in diesem politisch motivierten Manöver einen schweren Schlag gegen die Jugendkultur und Kulturveranstalter. „Wir sind am besten Weg die Stadt Salzburg zu einem Hochglanz-Museum zu machen. Wenn es nach ÖVP und FPÖ, aber auch dem Altstadtverband geht, darf es in der Stadt weder Jugendkultur noch Sportveranstaltungen geben. Auch Open-Air-Konzerte sind offensichtlich in der Stadt nicht erwünscht. Wenn wir keine Veranstaltungen, Konzerte und Jugendkultur mehr ermöglichen, werden junge und junggebliebene Menschen gar nicht mehr in die Altstadt kommen. Das 5020-Festival zeigt, wie groß der Bedarf an Kulturangeboten für junge Menschen in dieser Stadt ist. Hier wieder einmal auf dem Rücken der jungen Menschen zu sparen, ist schlichtweg inakzeptabel“. Auinger weiter: „Die Stadt muss für Kulturveranstalter eine verlässliche Partnerin bleiben. Willkür seitens der rechtskonservativen politischen Mehrheit ist hier absolut fehl am Platz. Dieser Umgang mit Veranstalter:innen ist nicht nur ein Schlag gegen die Kultur, sondern schädigt auch das Image der Stadt Salzburg.“

Die Jugend verdient mehr Jugendkultur

„Gerade die Jugendkultur, deren Wiederaufbau wir der jungen Generation nach Corona geradezu schuldig sind, darf nicht zur Spielwiese für Wahlkampf werden. Anstatt politisches Kleingeld herausschlagen zu wollen, sollten die Jugendkultur-Projekte an sich im Vordergrund stehen. Ich sehe die Verpflichtung des Stadtvaters eher darin, den Kindern dieser Stadt ein gutes Lebensgefühl zu vermitteln, als Wahlkampf in dieser Form zu führen. Salzburg wird sehen, wohin wir das 5020 Festival führen werden, vorausgesetzt man lässt uns in Ruhe arbeiten. Vielleicht erkennt man dann die Kunst in unserer Leidenschaft.“ So der künstlerische Leiter des 5020 Festivals Werner Purkhart. Auch 5020 Obmann Markus

Rauchmann spricht den großen Bedarf nach mehr Jugendkultur an. Mit dem 5020 Festival wurde bei der Premiere 2022 Geschichte für diese Stadt geschrieben – Salzburgs Jugend- und Clubkultur wurde in beeindruckender Manier erweitert, die Venues waren voll, 42.000 glückliche Besucher:innen in durchwegs gelungenen Veranstaltungen waren Beweis dafür“, Rauchmann weiter: „Wir werden uns auch dieses Jahr mit allen Mitteln dafür einsetzen, dass dieser positive Impuls für eine junge, dynamische und lebendige Stadt 5020 nicht eine einmalige Initiative war, sondern Salzburg langfristig zu einer toleranten, weltoffenen und für die Jugend interessanten Stadt werden kann.“ 

Petition für mehr Jugendkultur gestartet

Gemeinderat und Jugendsprecher der Stadt-SPÖ Vincent Pultar möchte die Entscheidung im Stadtsenat so nicht stehen lassen. „Kultur in der Stadt Salzburg ist mehr als Festspiele! Auch, wenn das dem Altstadtverband und der ÖVP nicht gefällt. Jugendkultur muss auch in der Stadt Salzburg außerhalb der Kultureinrichtungen wie Rockhouse, ARGE oder Szene Platz, haben. Wir haben daher eine Petition für mehr Jugendkultur und mehr öffentliche Veranstaltungen ohne Konsumzwang gestartet. Innerhalb von nur fünf Tagen konnten wir bereits mehr als 1.000 Unterstützungserklärungen sammeln.“

Zur Petition

Heimspiel: Anpfiff mit Verlängerung

04.05.2023

Auinger: Erfolgreiches Sportprojekt für die Kleinsten wird ausgeweitet und kommt mit 45 Spielen in sieben Salzburger Siedlungen

Nach zwei erfolgreichen Spiel-Saisonen in den vergangenen Jahren radelt das Heimspiel-Team von SOS-Kinderdorf seit heute, 3. Mai 2023, wieder mit E-Bike und Mini-Arena im Anhänger in Salzburger Siedlungen, um dort gemeinsam mit Kindern im Alter von vier bis zehn Jahren den Spielraum in ihrem Wohnumfeld (zurück) zu erobern. Denn obwohl das „Recht auf Spielen“ in der UN-Kinderrechtskonvention (Artikel 31) verankert ist, reagiert das nachbarschaftliche Umfeld auf kindlichen Spiellärm zu oft mit Ärger und Verboten. Hier setzt das Projekt „Heimspiel“ an. Unter Anleitung von Pädagog:innen von SOS-Kinderdorf sollen Kinder von vier bis zehn Jahren gezielt für Sport und Bewegung begeistert werden. Einfach, unkompliziert, vor Ort.

3. Saison aufgrund großer Nachfrage ausgeweitet
„Es freut mich enorm, dass wir mittlerweile in die dritte Heimspiel-Saison gehen. Nach dem Erfolg der beiden vergangenen Jahre werden wir aufgrund der großen Nachfrage das Projekt nun ausweiten. Ein ganz wesentlicher Erfolgsfaktor war es, den Kindern in den Siedlungen einen sicheren Raum für mehr Bewegung und Sport zu bieten. Zudem sprechen wir mit der Altersgruppe von vier bis zehn Jahren vor allem die Kinder an, die noch nicht in Vereinen Sport betreiben – ganz im Sinne des Projektes die “Bewegte Stadt‘“, ist Bürgermeister-Stellvertreter Bernhard Auinger vom Projekt überzeugt.

In diesem Jahr finden in sieben Wohnsiedlungen wöchentliche „Heimspiele“ statt – von Mai bis Ende Juni. Erstmals gibt es nach den Sommerferien auch eine „Nachspielsaison“ im September. Wie immer werden manche Termine auch von Jugendtrainern des FC Red Bull Salzburg begleitet.

45 Mal Spaß und mehr Spielraum 
„Wir haben bereits zwei sehr erfolgreiche Spiel-Saisonen hinter uns und freuen uns sehr, dass sich das Projekt Heimspiel inzwischen zum fixen Sport- und Spieltermin etabliert hat. Wir konnten in jeder Saison mehr als 300 Kinder begeistern“, resümiert Wolfgang Arming, SOS-Kinderdorfleiter Salzburg die letzten beiden Jahre. „Dass unser Appell ‚Mehr Spielraum für Kinder‘ Gehör findet, ist großartig und durch die Unterstützung seitens der Stadt Salzburg können wir Buben und Mädchen in diesem Jahr nun noch mehr gemeinsame Spielzeit in vertrauter Umgebung ermöglichen“.

Blitzschnell aufgebautes „Stadion“
Und welcher Sport würde sich besser dafür eignen, Gemeinschaftssinn und Eigeninitiative zu stärken als Fußball? Das „Stadion“ ist blitzschnell aufgebaut: sechs Bankerl, zwei Tore, mehr braucht es nicht um das eigene Viertel spieltauglich zu machen. Angeliefert wird das „Equipment“ durch das Heimspiel-Team. So werden in kurzer Zeit Spiele, Trainings oder sogar Turniere für Mädchen und Buben möglich.

Stephan Reiter, Geschäftsführer des FC Red Bull Salzburg:„Wir freuen uns, dass wir bei diesem tollen Projekt auch heuer wieder dabei sein können. Sehr gern tragen wir unseren Anteil dazu bei, Kinder zu mehr Sport und Bewegung in der freien Natur zu motivieren. Wir wissen sehr genau, wie verbindend Fußball sein kann, wie viel Spaß und Ablenkung die Mädels und Buben dabeihaben können“.

„Ein tolles Projekt, bei dem mit wenig Aufwand für Kinder ein Zugang zum Sport ermöglicht wird. Dabei werden Spiel und Spaß im gesicherten Rahmen der gewohnten Umgebung, begleitet von ausgebildeten PädagogInnen, angeboten“, so Christian Struber, Geschäftsführer Salzburg Wohnbau GmbH.

Prok. Thomas Gefahrt, gswb: „Ich bin selbst seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Jugendarbeit tätig und mir ist deshalb bewusst, wie wichtig es ist, gerade in der außerschulischen Jugendarbeit ein niederschwelliges Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche anzubieten. Die gswb unterstützt gerne das SOS Kinderdorf bei ihrem Projekt `Heimspiel“.

„Das Projekt „Heimspiel“ hat in den ersten beiden Jahren in den Siedlungen einen sehr wichtigen sozialen Beitrag geleistet. Kinder und Eltern kommen zusammen und die Gemeinschaft in den Siedlungen wird gestärkt. Es freut uns daher, auch in der dritten Heimspiel Saison als Projektpartner dabei zu sein“, so Wilhelm Fenninger, Prokurist  der Wohnbaugenossenschaft „Die Salzburg“.

Claudia Troyer, Bereichsleiterin Heimat Österreich: Das Projekt „Heimspiel“ trägt nicht nur dazu bei, die körperliche Gesundheit der Kinder zu verbessern, sondern auch ihre sozialen Fähigkeiten zu stärken und das Miteinander in der Wohnhausanlage zu stärken. Es freut uns sehr, dass wir auch heuer wieder als Projektpartner dabei sein dürfen“.

Termine und Locations

Im Rahmen des Sportprogramms BEWEGTE STADT wird von Mai bis Juli in folgenden Salzburger Siedlungen im 2-Wochen Intervall gespielt:

  • Saalachstr./Rottweg – 03.05. | 10.05. | 17.05. | 24.05. | 31.05.
  • Freiraum Maxglan – 04.05. | 11.05. | 18.05. | 25.05 | 01.06
  • Elisabeth Vorstadt – 05.05. | 12.05. | 19.05. | 26.05. | 02.06.
  • Stadtwerk Lehen – 07.06. | 14.06. | 21.06. | 28.06. | 05.07.
  • Gartenstadt Aigen -08.06. | 15.06. | 22.06. | 29.06. | 06.07.
  • Kendler-Siedlung – 09.06. | 16.06. | 23.06. | 30.06. | 07.07.

Nach der Spielpause im August geht es im September weiter:

  • Stadtwerk Lehen – 30.08. | 06.09. | 13.09. | 20.09 | 27.09.
  • Gartenstadt Aigen – 31.08. | 07.09. | 14.09. | 21.09. | 28.09.
  • Goethe-Siedlung – 01.09. | 08.09. | 15.09. | 22.09. | 29.09.

Spezial-Training mit Jugendtrainern des FC Red Bull Salzburg finden an ausgewählten Terminen statt und werden rechtzeitig angekündigt.

Kulturstrategie Salzburg 2024 − UNSA Salzburg Dialogreihe „Kunst, Kreativität, Wirtschaft“ geht in die nächste Runde

04.05.2023

Teure Stadt – Spielraum für Kreativität und Kultur

Eine interessierte Zuhörer:innenschaft widmete sich gestern, 2. Mai, einer anregenden Diskussion zum Thema „Teure Stadt – Spielraum für Kreativität und Kultur“ in den Räumen der Bewohnerservicestelle Lehen, moderiert von Günther Marchner (Umsetzungsbegleitung von Projekten der Kulturstrategie).
Am Podium beleuchteten Dagmar Aigner (Leiterin der Kulturabteilung Stadt), Wilfried Haertl (Domkapitel und Experte für Wohnbau- und Immobilienthemen), Stefan Heizinger (Leerstandnutzung Verein SUPER), Miriam Nichtl (Studierendenvertreterin an der Universität Salzburg), Andreas Schmidbaur (Leiter Raumplanung und Baubehörde Stadt Salzburg) und Georg Zerle (Universität Salzburg, Projekt PLUSTRACK) das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven. Gesetzliche, räumliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen zur Nutzbarkeit von Räumlichkeiten für Kunst und Kreativität standen ebenso im Mittelpunkt, wie Fragen des studentischen Wohnens oder das Spannungsfeld zwischen der freien Entfaltung von Kreativität, Kunst und Kultur einerseits und rein ökonomischen Interessen anderseits.
Aufgegriffen wurden Lösungsansätze aus der Kulturstrategie Salzburg 2024, wie der Aufbau eines Sharing Network zur Nutzbarkeit bereits vorhandener Raumressourcen (physischer und digitaler Raum, Equipment, Know-how), die Etablierung von niederschwelligen Multifunktions-/Begegnungs-/Coworking-Räumen oder der Vorschlag aus dem Publikum, bei Bauten 3% des Bauvolumens für Kunst und Kultur, Gemeinschaftsräume mit niederschwelligem Zugang oder alternative Wohnformen zu widmen.
Einig war man sich, dass Sichtbarmachen von bereits Vorhandenem, Vernetzung und aktives kommunales Handeln ebenso erforderlich ist, wie der Abbau von Überreglementierung und der Mut, neue Impulse zu setzen und Entwicklungen ohne wirtschaftlichen Erfolgsdruck zu ermöglichen und zuzulassen.
Der Youtube-Link zur Aufzeichnung der Veranstaltung ist ab 11. Mai abrufbar unter www.unsa-salzburg.at.

Kunst als Unternehmer:innentum 
Die nächste Podiumsdiskussion der Dialogreihe von „Kunst, Kreativität, Wirtschaft“ findet am 27. Juni, um 18:00, in der Panzerhalle im Loft D statt.
Künstler:innen scheinen sich oft in einem Spannungsfeld zu bewegen: Zwischen dem Anspruch nach künstlerischer Freiheit und Autonomie und den Rahmenbedingungen wirtschaftlichen Handelns; zwischen künstlerischer Identität einerseits und einer Realität andererseits, die dazu zwingt, Einkommen auf Grundlage jeweiliger Fähigkeiten und Ausbildungen auf vielfältige Weise zu erwirtschaften. Wie gehen Künstler:innen mit diesem Spannungsfeld um? Welche Sichtweisen gibt es seitens der Wirtschaft dazu?

Infos zur Dialogreihe „Kunst, Kreativität und Wirtschaft“ 
Die Dialogreihe „Kunst, Kreativität und Wirtschaft“ der Kulturstrategie Salzburg 2024 ist eine von rund 40 Maßnahmenvorschlägen, die in der Kulturstrategie Salzburg 2024 (Gemeinderatsbeschluss vom 23.3.2022) in fünf Handlungsfeldern von Beteiligten aus allen Bereichen der Lebenskultur erarbeitet wurden.
Die Dialogreihe unterstützt seit 2022 die Wahrnehmung von Kunst und Kreativität als Wirtschafts- und Standortfaktor für die Stadt und den Zentralraum Salzburg.
Sie greift relevante Fragen auf und stellt den Beitrag zur Attraktivität und Modernität der Stadt in den Fokus. Vertreter:innen verschiedener Sektoren, Zugänge und Sichtweisen bringen ihre Sichtweisen ein und stellen auch besondere Orte und damit verbundene Projekte vor.

Der Youtube-Link zur Aufzeichnung der Veranstaltung ist ab 11. Mai abrufbar auf der UNSA Salzburg Website.